Google Latitude auf dem Blackberry Storm

Freitag, 6. Februar 2009 |  Autor: Michael

Nun ist es also so weit. Das ENDE der Privatspähre, wie der Spiegel großspurig tönt. Google hat seinen neuesten Wurf online gestellt: Google Latitude. Dank diesem neuen Dienst ist es nun möglich sich auf Google Maps anzeigen zu lassen wo sich momentan die eigenen Freunde befinden, u.a. auch auf meinem Blackberry Storm.

Und schon sehe ich sie vor mir, die größte Panik aller Zeiten. Klar, das Thema eignet sich gradezu für plakative Zeitungsüberschriften. “Big Brother is watching you”, Google wird uns alle in die Daten-Sklaverei treiben etc.

Fein finde ich jedes Mal, dass erst immer großes Entsetzen über neue technische Spielereien gezeigt wird, diese dann aber flugs angenommen und mit viel Hingabe genutzt werden. Wen der zehntausenden von Mitglieder bei StudiVZ hat es schon wirklich gejuckt, dass anonyme statistische Daten dazu verwendet werden personalisierte Werbung zu schalten. Natürlich war erst jeder dagegen, aber statt das entrüstete Mitglieder ihre Mitgliedschaft einfach kündigen (nein, ein Leben ohne geht halt auch nicht), tarnte nun jeder Zweite seine Identität durch einen erfundenen Spitznamen, was natürlich das ganze System an sich ad absurdum führt.

Aber egal, ich schweife ab. Ich spare mir die großen moralischen Bedenken, die alle Internetjünger so gerne zu schau tragen und teste einfach das neue Google Latitude.  Just for Fun.

Und ich muss sagen, es macht doch gleich von Anfang an Spaß. Typisch Google eben. Und auch typisch, dass es so einfach klappt. Noch einfacher ist es für alle, die schon ein Google Konto besitzen (z.B. für eine der zahlreichen Anwendungen wie Google Earth, Calender, Text und Tabellen, Gmail oder Picasa etc).  Einfach die Login-Daten eingeben und bestätigen, dass man Google Latitude benutzen möchte.

Nun hat man die Wahl: entweder man gibt seine aktuellen Positionsdaten (Straße, Postleitzahl oder Ort) von Hand ein oder, was natürlich eigentlich viel sinnvoller ist, man hat ein Handy oder Notebook mit GPS Empfänger.

In meinem Falle ist es das Blackberry Storm mit intigriertem GPS Empfänger. Nachdem ich mir das neueste Google Maps Update runtergeladen und installiert hatte, stand die Funktion “Latitude” sofort bereit.  Es galt noch einige Sicherheitsfragen zu beantworte und es kann losgehen.

Ach und nun sind wir doch wieder bei den Panikmachern angekommen. Ja, es wird nun ständig die Position deines Gerätes (und damit dir selbst) auf Google Maps angezeigt.
Und nein, nicht jeder kann diese einfach mitverfolgen und sich daran ergötzen wo du wohl grade rumläufst.

Denn es gibt, zum Glück, zwei Dinge zu beachten:

1. Nur Freunde, die ebenfalls bei Google angemeldet sind und deren Anfrage man persönlich stattgegeben hat, können auf der Karte die Position einsehen

und

2. man kann jederzeit den Dienst ein- und wieder ausschließen und, wichtiger, die Position von Hand eingeben.

Damit kann man jetzt natürlich unter Umständen ganz andere Dingen bezwecken undgutmütigen Freunde eine Position einfach “vorspielen”.  Man kann sich theoretisch natürlich nicht sicher sein, ob besagter Freund/in nun wirklich an der Position ist, die er vorgibt zu sein.

Ich habe Google Maps auf dem Blackberry Storm einfach mal im Hintergrund einen Tag lang laufen lassen. Meine Freundin hatte so über iGoogle in ihrem Browser ständig meine Position im Auge. Praktisch für Sie. blöd für meine heimliche Geliebte. Ausreden wie “ich bin schon unterwegs” kann man sich so natürlich schenken.

Über weitere “sinnvolle” Anwendungsbeispiel muss ich nochmal nachdenken, aber ich kann mir vorstellen, dass die Killerapplikation dafür nicht mehr weit weg ist. Ich muss sie nur noch erfinden ;-)

Und ja, Google  hat das Rad damit nicht neu erfunden. Es gibt auch andere Seiten und Anbieter die Geo-Tagging betreiben. Trotzdem, mit dem riesen Potential das Google schon allein durch seine Ansammlung an Geodaten, Fotos, Werbekunden und Statistiken der Mitglieder hat, sollte einem schon schwindlig werden, was alles möglich sein könnte. Ich bin jedenfalls gespannt!

PS: Wer wissen möchte, wie man das neue Google Maps mit Google Latitude auf dem Blackberry Storm installiert, möge ein Blick auf meinen Handyblog werfen:

Google Latitude auf dem Blackberry Storm

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Thema: Technik

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